Ich sag mal was dazu…


 

Ist es Stress? Oder mache ich ihn mir selbst?

In einem meiner letzten Beiträge habe ich ein wenig über meine jetzige Situation erzählt. Das möchte ich nun mal was vertiefen, damit ihr mich versteht.

Vor vielen, vielen Jahren hatte ich meinen Traumjob. Doch durch meine Gesundheit, durch viele miese Umstände musste ich leider kündigen. Nach vielen Bewerbungsschreiben wurde ich dann gefunden. So kann man es wirklich sagen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben.

Nun arbeite ich zwar in meinen Beruf, aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Ich muss viel organisieren, viel planen, viele Versammlungen, viel reden, viel schlichten, von allem so viel….

Es hat bestimmt ein ganzes Jahr gedauert, ehe ich die ganze Struktur, die Hierarchie mal durchschaut hatte. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Aber jetzt geht es.

Hinzu kommt, dass das ganze sich nicht in meiner Muttersprache abspielt und ich noch einen Crashkursus für die Fachbegriffe absolvieren musste.

Und dann die Entfernung: Eine Hin- und Rückfahrt sind genau 150 km. Ich brauche für eine Fahrt ca. 70 Minuten (wenn keine Baustelle auf dem Weg ist).

Auf meiner letzten Arbeitsstelle fing ich erst nachmittags an. So hatte ich genügend Zeit, meinen Haushalt immer auf Vordermann zu bringen, die Einkäufe zu machen, selbst für unseren riesigen Garten fand ich noch Zeit. Aber jetzt ist das alles ganz anders. Der Samstag steht ganz im Zeichen von Hausarbeit, Einkaufen, Wäsche… Der Sonntag ist meist verplant. Entweder ist mein Göttergatte zur Jagd (jetzt im Herbst besonders oft), dann tu ich absolut gar nichts oder ich mach schon etwas für die Arbeit. Aber ich muss dazu sagen, ich geniesse solche Sonntage ganz besonders, wo ich ganz alleine bin. Meist koche ich Sonntagabends irgend etwas besonderes für uns beide. Dann muss ich aber genau wissen, dass er nicht irgendwo zum Jägerschmaus eingeladen wurde.

Meine Kinder: Sie sind auch immer wieder hier oder auch nicht.

Montags hab ich meistens frei. Wenn wieder nicht irgendjemand krank ist oder Urlaub hat. Diese Montage sind meine Tage: da geh ich zum Frisör, zur Kosmetik – besuche meine Eltern…und erledige Sachen, zu denen ich sonst nicht komme.

Dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags verlasse ich schon um 9 das Haus und bin gegen 19.30 – 20.30 zurück. Ehe ich morgens aus dem Haus gehe, habe ich schon das Abendessen vorbereitet und bin schon eine Runde mit den Hunden gegangen. Natürlich muss ich mich morgens auch noch in Schale schmeissen. Dafür steh ich um 5.30 Uhr auf.

Es sind schon lange Tage.

Aber ich möchte es nicht anders haben. Doch eines schon: Ich würde mir wünschen, keine Arbeit mehr mit nach Hause zu bringen. Ich reduziere das schon, aber irgendwie kommt immer was mit. Es geht nicht ohne. Wenn ich zu Hause bin, denk ich:“jetzt kannst du das und das noch machen!“, wenn ich auf der Arbeit bin, denk ich, „fahr nach Hause, der Weg ist noch weit.“

In einem Arbeitsjahr darf ich mir 35 Urlaubstage nehmen. Die sollte ich jetzt bis Ende Oktober für 2018 abgeben. Und was soll ich sagen? Das war total schwierig die zu verteilen. Bis jetzt hab ich erst 22 verteilt/genommen. Da ich nicht weiss wann ich die nehmen soll. Ich habe geschaut, wann mein Göttergatte Urlaub hat – das sind schon mal 15 Tage (3 Wochen)im Sommer, im Februar 2 Tage, im Mai 5 Tage. Und den Rest? Muss mal sehen.

Meine Arbeitskollegen sind ok. Alles Frauen. 😉

Die Arbeitsbedingungen sind einmalig. Ich staune noch immer. Noch täglich. Für jedes Problem gibt es einen Ansprechpartner, gibt es einen Dienst, der es löst. So kenn ich das nicht.

Aber natürlich wird wie überall Leistung gefragt. Nichts ist umsonst. Und Kontrolle ist überall.

Und mein Göttergatte? Ja, der arbeitet auch Vollzeit. Er verlässt um 6 Uhr das Haus und kommt gegen 18.00 Uhr nach Hause. Wenn ich dann so gegen 20.30 Uhr komme, ist er meist schon auf der Couch eingepennt oder liegt schon im Bett. Die einzigen Minuten, in der wir noch kurz miteinander reden, sind morgens, wenn er aufsteht. Obwohl ich der totale Morgenmuffel bin, und ich mich unwahrscheinlich zusammenreissen muss, überhaupt den Mund zu öffnen. 🙂

Oft denke ich mir, es wäre besser für unsere Beziehung, einfach im Bett zu bleiben und abzuwarten, bis er das Haus verlassen hat. Aber dann würden wir tagelang nicht zusammen reden.

Und nun meine Kinder: Tja, beide wohnen noch zu Hause. Beide gehen voll arbeiten. Der Sohn verlässt das Haus um 5.30 Uhr und trudelt auch so gegen 18.00 wieder ein, wenn die Freundin nicht gekocht hat, dann geht er nämlich zu ihr. Das weiss er niemals im voraus. Und das ist lästig. Die Tochter verlässt auch zwischen 6 und 8 Uhr das Haus. Und kommt zwischen 17 und 19 Uhr nach Hause. Hängt davon ab, wie ihre Schichten sind. Sie arbeitet auch am Wochenende!

Und dazwischen steh ich, versuche das alles zu managen. Habe alle Termine für jeden im Kopf. Jeder verlässt sich auf mich. Ob das mein Göttergatte, meine Kinder oder selbst mittlerweile einige Arbeitskollegen sind.

Manchmal, wenn ich auf meiner langen Autofahrt zur Arbeit bin, dann sinniere ich über ein anderes Leben. Dann denke ich an meine Arbeitskollegin, die genau so alt ist wie ich, die sich jetzt ein neues Appartement in der Stadt gekauft hat, alleine mit ihrem Kater wohnt, dreimal pro Jahr in Urlaub fährt, einfach macht, was sie möchte… Sie kann sich voll auf die Arbeit konzentrieren, brauch nicht vorzukochen, brauch nicht morgens durch ein Haus zu hetzen, Wäsche räumen…Neulich hat diese Kollegin mir gesagt, dass sie mich beneidet. Ich muss dazu sagen, dass ich die einzige Kollegin in unserem Team bin, die eine „intakte“ Familie hat. Aber was nennt man schon intakt?

Mit kleineren Kindern könnte ich diesen Job gar nicht machen. Und mein Alter hat mir auch schon einige Vorteile gebracht. Diesen Job hätte ich niemals mit Mitte zwanzig stemmen können. Warum? Wie soll ich das jetzt erklären, ohne zuviel zu sagen? Ich habe viel, sehr viel mit jungen, sehr jungen Eltern zu tun. Manchmal wollen diese mich belehren über Ansichten, da wackel ich mit den Ohren. Dann muss ich ein dickes Fell haben und muss sehr emphatisch meine Meinung sagen und dazu stehen.

So ich hoffe, jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in mein Leben.

Noch Fragen?

 

 

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Meine Kinder


Habe ich jemals viel über meine Kinder geschrieben?

Ich weiss es nicht.

Ich habe einen Sohn und eine Tochter. Beide habe ich schon sehr jung bekommen. Ich war 21 bei der Geburt meines Sohnes und 23 bei der Geburt meiner Tochter.

Nun sind sie „groß“. Machen ihr Leben. Haben ihre Beziehungen, aber leben noch immer im Hotel Mama.

Sie leben hier, mache was sie wollen, gehen und kommen, wann sie wollen. Niemand (Ich) sagt was.

Aber jetzt ist was eingetreten, was ich nie für möglich gehalten hätte: Ich möchte, dass sie flügge werden. Ich möchte wieder Paarzeit für meinen Besten und mich haben. Ich möchte wieder mal nackig durchs Haus laufen, ohne dass die Freundin mir über den Weg läuft, ich möchte mal wieder nachts Musik voll aufdrehen, ohne dass jemand von oben schreit: „man, was macht ihr für nen Krach!“ Ich möchte mal wieder einfach so vorm Kamin was lekkeres essen, ohne dass jemand die Augen verdreht….

Sie sind so spiessig. Am Wochenende liegen sie hier rum, anstatt sich irgendwo zu amüsieren. Natürlich kann Mutter (ich) dann ihren Mund nicht halten, und sagt, dann was. Stösst aber alles auf taube Ohren. Wann gehen die aus? Wann amüsieren die sich? Die Zeit mit Anfang 20 kommt doch nie wieder! Man, was hatten wir es gut! Sie liegen hier rum, schauen sich auf ihren Smartphones oder I-phones Videos an, schreiben sich gegenseitig, obwohl sie hier auf der Couch liegen…. Ich versteh die Welt nicht mehr.

Haben alle Autos, haben alle ein Einkommen, haben was sie wollen – haben sie zuviel? Sind sie übersättigt?

Wir hatten damals nichts! Hatten nur uns, unsere Freunde, viel Fantasie und nur Dummheiten im Kopf. Wir können uns heute noch froh davon erzählen, was wir damals erlebt haben.

Was erzählen unsere Kinder in zwanzig Jahren: Wir haben bei Mama auf der Couch gelegen und uns Videos zugesendet? Hä?

Endlich komm ich dazu,…


Nach unendlichen 9 Monaten habe ich mich wieder an einen Blogbeitrag gewagt.

Eigentlich habe ich gar keine Zeit.

In den letzten Monaten ist unwahrscheinlich viel geschehen. Ich könnte jeden Tag einen Beitrag bringen, wenn ich denn die Zeit hätte. Aber die habe ich nicht. Ich werde es aber versuchen.

Jetzt arbeite ich schon 1,5 Jahre bei meinem neuen Arbeitgeber und mein Leben hat sich total verändert. Ich habe einfach nur noch Stress, steh unter Strom, habe 1000 Sachen im Kopf… Montags habe ich zwar frei, aber den brauch ich auch. Diesen Tag geniesse ich. Das ist mein Tag. (ich versuch es jedenfalls)

Ich fahre jeden Tag 150 km. Hin- und Rückfahrt. Geh morgens um 9 Uhr aus dem Haus und, wenn es gut geht, bin ich um 19.30 Uhr zu Hause. Freitags erst gegen 20.30 Uhr. Wenn ich nicht zu müde bin, bügele ich noch (das entspannt mich) oder ich muss noch was arbeiten (was ich tagsüber nicht geschafft habe)

Meine Familie möchte ja auch noch was von mir haben, aber das geht abends nicht mehr. Weil ich den ganzen Tag sprechen muss, kann ich das abends nicht mehr. Obwohl ich die lange Autofahrt ja schon hatte.

Manchmal kommt mein Göttergatte auf die glorreiche Idee mit dem Abendessen auf mich zu warten. Er ist meist als erster zu Hause, macht das Abendessen dann, das ich morgens schon in aller Herrgottsfrühe vorbereitet habe. Die Tochter und der Sohn trudeln dann nach und nach ein. Die drei essen dann und räumen die Küche auf.

Aber manchmal hat er ja die Idee mit dem Essen auf mich zu warten. Dann ist ein schöner Tisch gedeckt, der Wein dekantiert… und ich komm rein, seh das : ich kann es nicht haben. Ich habe es ihm schon so oft gesagt, dass ich abends nichts mehr essen möchte, so spät. Dann ist es bestimmt 21.30 Uhr ehe die Küche geräumt ist, und ich muss reden. Ich kann das nicht. Meist mache ich dann gute Mine, sag nichts, lass ihn dabei, er meint es doch nur gut. Aber ich möchte doch einfach nur meine Ruhe. Lass ihn reden und gut ist.

 

Nachts, wenn alles schläft…


Nachts, wenn alles schläft, dann liege ich wach.

Dann dreht mein Gedankenkarussell. Es ist zum Mäuse melken.

Ich denke an die unmöglichsten Dinge, total unnötig! Aber sie beschäftigen mich.

Ich mache dann Yoga-Übungen im Bett, stehe auf, mache Yoga-Übungen im Wohnzimmer, warte, leg mich wieder hin, wenn nach 20 Minuten sich noch immer nichts tut, steh ich wieder auf, mach die Flimmerkiste an oder setzt mich vorm PC, les was in einem Buch, bis ich müde werde… und dann hoffe ich auf Schlaf. Aber meist setzt das Gedankenkarussell wieder ein. Meist ist es dann kurz nach 4. Um 5.20 Uhr soll ich dann aufstehen. Natürlich lässt mein Bester mich dann liegen. Er fährt um 6.00 Uhr. Ich steh dann gegen 7.00 Uhr auf, mach mich, die Hunde, das Haus fertig und fahr dann.

Einmal hatte ich schon einen Sekundenschlaf während der Autofahrt und musste anhalten. Ich bin doch tatsächlich fast in den Graben gefahren und das im vollen Berufsverkehr. Ein anderes mal habe ich vorher angehalten, bin rechts auf einen Parkplatz rangefahren und habe doch tatsächlich ein fünf minütiges Powernapping bei laufendem Motor gemacht. Danach ging es mir wesentlich besser, ich war wieder fit! Das war auf dem Hinweg.

Ich war auch schon zum Arzt. Ja, ich müsse mich entspannen, was mich denn so beschäftige..Ich möchte aber keine Schlaftabletten. Ich war schon einmal abhängig, das möchte ich nicht noch einmal mitmachen. Das muss auch so gehen. Irgendwie!

 

Die Handwerker sind im Haus


Und wieder ist viel Zeit vergangen seit meinem letzten Beitrag. Ich habe einfach noch keinen Rhythmus drin. Wie machen das die anderen berufstätigen Frauen, die sich dann noch über ihre wenige Freizeit, über ihre große Familie, über ihren nicht-gemachten Haushalt beklagen??? Und dennoch tolle, lang Beiträge schreiben. Ich versteh es nicht.

Der letzte Monat, der Januar, stand bei uns ganz im Zeichen der Renovierungsarbeiten. Endlich! Mein Bester und mein Großer hatten noch witterungsbedingt frei, und ich musste die ja beschäftigen 😉 Es gibt nichts schlimmeres, als Männer, die sich zu Hause langweilen!!!

Also, haben sie von mir den Auftrag bekommen, das Gäste-WC zu renovieren (neue Fliesen, neues WC), das Schlafzimmer der Großen zu renovieren (neuen Boden, neue Wandschränke, neue Decke, neue Tapete…), neues Laminat im Zimmer vom Großen verlegen und neues Laminat auf der Galerie im 1. Stock.

Ich hab mir eine Einkaufsliste von meinen Männern geben lassen und bin dann samstags zum nächsten Baumarkt gefahren, damit die ja genug Materialien vor Ort hatten, und montags sofort starten konnten.

Was ich natürlich nicht bedacht habe, dass ich gar nicht vor Ort bin, wenn die arbeiten. Ich komm abends von meiner Arbeit nach Hause und komme ins Chaos… es war nicht schön kann ich sagen. Und so ging das drei Wochen!!! Ich hatte ja nur das Wochenende um gründlich zu putzen. Aber jetzt ist es schön. Alles neu und sauber. Es hat mich an meine Grenzen gebracht. Wenn ich was sagen wollte, dann sagte mein Großer: „Mama, du wolltest es so haben!“

Ist die Katze aus dem Haus, dann tanzen die Mäuse


Einer meiner Vorsätze (welches waren denn die anderen? ;-)) zum Jahresbeginn war es, mich etwas mehr um meinen Blog zu kümmern.

Er verwahrlost ja regelrecht! Wenn ich da an frühere Zeiten denke….

Aber wie ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben hab, komm ich einfach während der Woche nicht dazu. Vielleicht nachts? Mal sehen.

Jetzt hab ich die erste Woche nach den Weihnachtsferien wieder gearbeitet. Meine Lieben hatten noch frei und konnten noch alle zu Hause bleiben. Das war schon ein seltsames Gefühl für mich, morgens aus dem Haus zu gehen und zu wissen, die sind alle noch da. Am ersten Abend dachte ich mir, jetzt wirst du bestimmt mit einem tollen Abendessen überrascht. Pff-Pustekuchen…Der Beste lag auf dem Sofa und schlief, der Rest saß auf dem Sofa und spielte mit den Handys rum.

Ich habe keine Mine verzogen, kein Wort gesagt, doch ich kochte innerlich vor Wut. Ich habe mich still und heimlich in die Küche verzogen und Abendessen gemacht.

Durch das Geklimmpere der Töpfe tauchten sie dann nacheinander auf, und setzten sich zu mir an den Tresen in der Küche und schauten mir zu.

Kind:“Wie war dein Tag, Mama? Wieso bist du denn schon da? Solltest du heute nicht später kommen? “

Ich:“Nein, das ist morgen. Und mein Stundenplan hängt dort auf!“

Kind:“Papa muss dir gleich noch was erzählen. Was ganz tolles!“

Ich: „Ihr habt ja Ferien. Nutzt sie gut.“

Der Beste erscheint in der Küche.

Beste: „Wieso bist du denn schon da? Ich wollte doch was kochen!“

Ich: „Och du hast doch Ferien. Ruh dich aus!“ (Ironisch gemeint-hat er aber nicht verstanden)

Bester: „Ich habe heute ein Auto gekauft. Kind 1 und ich fahren jetzt dorthin und schauen uns den Wagen an. Das war so ein Stress! Ich musste so viele Wagen vergleichen,…Können wir bald essen?“

Ich: „Was für ein Auto? Und wohin werdet ihr fahren? Ja, das Essen ist fertig!“

Wir setzten uns an den Tisch. Ich wurde noch etwas von meinem Tag ausgefragt, es wurde Interesse an meiner Person gezeigt. Als die Beiden fertig mit dem Essen waren, erhoben sie sich, weg waren sie.

Ich muss dazu sagen, dass wir eigentlich geplant hatten, dass wir jetzt im Frühjahr ein neues Auto für mich/die Familie kaufen sollten. Und mein Bester das Auto, mit dem ich jetzt täglich zur Arbeit fahre, als Auto für seine Hobbys(Jagd) benutzen kann. Zur Zeit ist es so, dass, wenn er das Auto am Wochenende für die Jagd braucht, es montags total versifft ist. Dann muss ich es erst mal wieder ein wenig fahrtauglich machen. Meist mach ich das Montagsnachmittags. Und wenn er dann samstags und sonntags unterwegs ist, muss ich zu Hause bleiben. Das ist natürlich doof. Aber mittlerweile habe ich am Wochenende so viel zu tun, dass es mir gar nicht mehr auffällt. Natürlich ist das auch eine Sache der Organisation.

Mein Bester hat einen Firmenwagen, mit dem er natürlich am Wochenende nicht fahren darf. Mein Sohn (Kind1) hat ein Auto, die Tochter wird auch demnächst eins bekommen.

Also, so sass ich am Montagabend da und war so sauer. Die beiden hatten nämlich kein Auto für mich/Familie gekauft, sondern irgend so einen Caddy, der jetzt noch ausgebaut werden soll und dann soll das das Auto meines Mannes werden.

Mein Sohn(Kind1) ist natürlich auch aus dem Häuschen. Der ist froh, dass wir jetzt so einen Wagen haben, dann kann er seinen Wagen schonen. Boah, wenn ich das höre!

Ich sass auf dem Sofa und hoffte, dass dieser Wagen ein Fehlgriff sei! Ich hoffte es so sehr!

Doch ich hatte sich zu wenig gehofft. Da kamen meine beiden Männer mit strahlenden Gesichtern ins Wohnzimmer. Ich brauchte nichts zu fragen. Ich habe auch nichts gefragt. NICHTS!!

Doch, ich hab gefragt, wie das Wetter jetzt sei.

Die beiden setzten sich wieder vorm PC und ich ging ins Bett.

Am anderen Morgen. Ich musste ja früh raus. Als ich aus der Dusche kam, war das Frühstück schon fertig. Überraschung. Ich frühstückte mit meinem Besten. Wir sprachen über alles, nur nicht über das blöde Auto.

Als ich das Haus verlies sagte ich noch zu ihm: „Und welche Überraschung hast du heute Abend für mich bereit?“ Ich war noch immer so sauer.

Es war kurz nach 20.30 Uhr als ich am Dienstag nach Hause kam. Es herrschte Bombenstimmung im Haus. Die Wohnung war tiptop. Der Beste war bester Laune. Er erzählte mir sofort, was er tolles für mich gefunden hätte. Ich hatte ihn nämlich vor ein paar Tagen gebeten was für mich im Internet zu recherchieren, da ich nicht dazu komme. Dass er den ganzen Tag im Internet verbracht hätte…Ich müsste das sofort schauen. Er liess mir fast nicht die Zeit, meinen Mantel auszuziehen.

Es war mir fast unheimlich, die gute Laune, den Wein, den ich sofort bekam…

So haben wir fast den Rest des Abends im Internet verbracht, und ich bin dann auf dem Sofa eingeschlafen. Der Beste hat mich auch nicht geweckt.

Am Mittwoch war ich schon am späten Nachmittag zu Hause. Meine Laune war immer noch nicht gut. Und dann sah ich ihn: ein rotes Etwas! Ich habe nichts gesagt. Es stand in der alten Garage, wo ich so gut wie nie hineingehe. Die Tür stand offen.

Kind1: „Bist du ihn schon schauen gewesen?“

Ich: „Nein. Werde ich auch nicht.“

Kind1: „Mama. Ich versteh dich nicht. Warum bist du so schlecht gelaunt?“

Ich: „Mein Sohn, ich glaub, dass du mich nie verstehen wirst. Du bist ein Mann. Aber ein Autokauf ist nicht das gleiche, als würdest du dir ne neue Hose oder ein neues PC-Spiel kaufen. Da müsste man schon vorher drüber reden und den Zweck der Sache besprechen.“

Kind1: „ich find das lustig, wie du dich aufregst!“

Den Rest der Woche verbrachten die Beiden damit, das Auto zu verzollen  anzumelden und zu versichern.  Mehr haben sie nicht getan.

Bis heute ist die Laune noch immer eisig. Der Beste bemüht sich. Aber ich kann nicht über meinen Schatten springen.

Weihnachten vorbei…


Weihnachten vorbei, die erste Woche meines Urlaubs auch schon…morgen steht Silvester an!

Es war genau so wie ich es vorher gesehen hab:

  • den Weihnachtsbaum hat mein Bester auf den letzten Moment aus dem Wald besorgt. Wir haben den doch tatsächlich bald vergessen!
  • die Geschenke für die Kinder habe ich an meinem letzten Arbeitstag besorgt. Freitags vor Heiligabend, aber nur weil ein großes Einkaufszentrum bis 22 Uhr geöffnet hatte, es auf meinem Heimweg von der Arbeit lag. An diesem Freitag war ich sehr spät zu Hause. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute noch abends spät shoppen gehen. 

In dieser ersten Woche hatte ich mir sooo viel vorgenommen: alles, was die letzten Wochen, Monate so liegen geblieben ist, wollte ich aufarbeiten – doch ich habe nur hier herumgelümmelt, nur das nötigste getan. Dafür muss ich aber nächste Woche ran!!

Und morgen ist Silvester. Eigentlich ein Fest, das so gar nicht nach meinem Geschmack ist. Fremde Leute küssen, die ich gar nicht möchte, aufgesetzte Fröhlichkeit, aufgesetzte Nettigkeit…So empfinde ich das!

Mein Bester hat uns in unsere Stammkneipe angemeldet, und dort werden wir noch mit etwa anderen 98 anderen feierwütigen Leuten ins neue Jahr hineintanzen. Mir wäre es genau so lieb gewesen, wir wären zu Hause geblieben, und hätten uns einen gemütlichen Abend gemacht. Aber mein Bester meint, das könnten wir ja immer machen.

Und weil ich ja wieder meinte, dass ich den Schrank voll „NICHTS ANZUZIEHEN“ hab, musste ich heute eine kleine, bzw. große Runde durch etliche Geschäfte drehen.  Meine Ausbeute kann sich sehen lassen. 😉

Ich wünsche allen einen schönen Abend, ob ihr nun feiert oder zu Hause bleibt. Macht das Beste draus!

Die besten Wünsche für das neue Jahr sind ja selbstverständlich 😉

 

Es ist schon Dezember…


Ja, es ist schon Dezember und ich komme einfach nicht mehr dazu meinen Blog zu führen, obwohl ich so große Lust darauf habe.

Ich komme einfach nicht dazu: morgens springe ich um 6.00 Uhr aus dem Bett, fahre um 9.00 zur Arbeit, bin gegen 19.00, manchmal 20.00 Uhr zu Hause, und dann ist einfach die Luft raus!! Was ich bräuchte? Einen freien Tag pro Woche! Oder wenigstens alle zwei Wochen!!! Am 23. Dezember bekomme ich Urlaub – 2 Wochen lang, einen Tag vor Weihnachten, ich weiss nicht, ob es von mir Weihnachtsgeschenke gibt, ob es ein opulentes Weihnachtsessen gibt,…. ich hab einfach keine Zeit zum Planen….Ich lass es mal drauf ankommen. Ein schlechtes Gewissen macht sich schon langsam breit.

Tja meine neue Arbeit: Ich könnte jeden Tag einen neuen Post über sie schreiben. Soviel gibt es zu erzählen. So viele kleine und auch grosse Erlebnisse, zum Schmunzeln, zum Ärgern, zum Staunen…Manchmal denk ich mir: „was machst du eigentlich hier?“, aber das sind nur ganz kurze Momente.

Die Eingewöhnung war schnell vorbei, ich bin praktisch ins kalte Wasser geschmissen worden, und es war sehr kalt! Aber was ich schon immer gut konnte, war mich anpassen. Aber was ich noch nie konnte, war meinen Mund halten! Natürlich ecke ich damit immer wieder an. Aber es ist nur zum Wohlbefinden meiner Schutzbefohlenen. Weil ich kann meine Arbeit nicht nur absitzen, oder nur Anwesenheit bekunden. Ich muss was bewirken. Und es gibt genug zu tun….

Und zu Hause? Natürlich nehme ich auch Arbeit mit nach Hause. Zu Hause ist mein Ruhepol, dann erzähl ich meinem Besten von den Erlebnissen, er hört zu, er unterstützt mich, gibt mir Denkanstösse, Tipps… Dann muss ich noch Vorbereitungen und Berichte zu Hause schreiben, da die Zeit auf der Arbeit nicht reichte, oder es mir einfach wichtig ist.

Natürlich bleibt dann vieles hier im Haus liegen. Aber es geht immer besser. Wir haben fast unseren Rhythmus gefunden. Der Samstag besteht nun aus putzen, der Sonntag aus Wäsche…Am Wochenende koche ich nicht mehr. Derjenige, der was möchte, kann sich was aus dem prall gefülltem Kühlschrank bedienen oder sich ein anderes Haus suchen, wo er bedient wird. Bei mir nicht mehr!

Lang, lang ist es her…


Ja, es ist schon einige Monate her, dass ich mich hier habe blicken lassen.

Und in den einigen Monaten ist einiges geschehen, das mein Leben wieder total geändert hat.

Aber mal ganz von vorne:

Ich habe immer gerne gebloggt, meine Gedanken, meine Geschichten hier im WWW aufgeschrieben. Doch dann geschah etwas, das mir meine Gedanken nahm, meine Lust sich mitzuteilen. Nicht nur die Lust am Bloggen ist mir vergangen, sondern auch die Lust am Alltag. Ich habe mich immer mehr zurückgezogen von dem Leben, das ausserhalb meiner kleinen Familie abspielte. Es ging soweit, dass ich nur noch kurz zum Einkaufen raus ging. Ich habe mich von allen und jedem zurückgezogen, aus Angst, man könnte mich ja mal fragen, wie es mir geht. Da kommt noch einiges an Erklärungen und Entschuldigungen auf mich zu. (nicht wahr Suse!)

Es musste was geschehen. So konnte es nicht weitergehen.

Was passierte? Kurz nachdem man mir wieder  eine dritten OP empfohlen hatte, bekam ich ein Jobangebot. Was tun? Ich weiss, dass diese OP irgendwann mal auf mich zukommen wird, aber ich möchte sie jetzt nicht! Sie ist gross, sie ist nicht gerade einfach. Also habe ich mit Ärzten gesprochen, mich beraten, und habe den Job angenommen.

Ein ganz anderer Job, aber meine Erfahrungen kommen mir zugut.

Das heisst jetzt für mich, dass ich jeden Tag das Haus um 9.30 Uhr verlasse und manchmal gegen 20.30 Uhr zu Hause bin. Aber es gibt keine Wochenend- und Nachtschichten mehr.

Das heisst aber auch, dass sich unsere Familienleben gerade total im Umbruch befindet. Die Mama/Ehefrau, die sonst stätig verfügbar war, ist es nicht mehr! Es ist noch ziemlich chaotisch hier, die Organisation läuft noch nicht so richtig, aber ich bin zuversichtlich.

Auch meine grossen Kinder haben sich verändert:

  • der Grosse hat sich ein Haus gekauft. Möchte es jetzt renovieren und vermieten.
  • die Kleine hat einen neuen Job: sie fährt jetzt für 6 Monate ins Ausland und arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff.

Das war alles sehr nervenaufreibend in letzter Zeit. Und ich freue mich schon, wenn wieder etwas mehr Alltag rein kommt.

Ein ganz „normaler“ Samstag!


Was macht der Terror, all die Anschläge mit den Leuten?

Ich habe das Gefühl wir gewöhnen uns daran.

Genau so ist es uns am Samstag ergangen, und es hat mich erschreckt, es hat mich verwirrt.

Am letzten Samstag, dem Tag nach dem Amoklauf in München, waren mein Bester und ich auf einer Veranstaltung/Ausstellung. Es waren ungefähr 5OOO Leute dort, die sich auf 5 grosse Hallen verteilten. Wir schlenderten an den Austellern vorbei, Kinder liefen umher, Mütter und Väter schoben die Kinderwägen durch die Besucher, plauderten mit Hinz und Kunz…. es war eine angenehme Atmosphäre.

Doch dann wurde es laut – schrecklich laut! Eine Stimme hoch über unseren Köpfen sprach in verschiedenen Sprachen:

„Bitte verlassen Sie ruhig und geordnet sofort die Halle und begeben Sie sich sofort zum nächsten Notausgang!“

Jeder, wirklich jeder drehte sich um und ging Richtung Notausgang. Es war eine grausame Ruhe während diesem Rausgehen. Da war kein Drängen, keine Panik. Als wir nach draussen kamen, stand da schon Polizei, Krankenwagen und ich weiss nicht was. Man hörte Sirenen. Auf dem Riesenparkplatz, vor den Riesenhallen war trotzdem Ruhe. Die Leute sahen sich an, sprachen ruhig miteinander.

Man sah Polizei mit Hundestaffeln an uns vorbeiziehen und wieder Sirenen, doch die Leute blieben ruhig.

Nach etwa einer halben Stunden kamen Männer vom Sicherheitsdienst und meinten, dass die Veranstaltung weitergehen könne. Der Spuk sei vorbei.

Als wir dann wieder reingingen, war es als ob nichts gewesen sei. Niemand fragte nach, niemand beantwortete meine Fragen, was denn los war. An den Eingängen standen schwer bewaffnete Männer und Frauen, die grimmig schauten. Es ging einfach weiter – ist das jetzt Alltag?

Es hat zwar nirgends geknallt, muss es ja nicht zwangsläufig, aber muss man jetzt bei jeder Veranstaltung damit rechnen, dass irgend ein Alarm losgeht?