Arbeitsalltag


Leute gibts…Eltern gibts…

Seitdem ich dort arbeite, frage ich mich, was aus dieser Generation werden soll. Ich habe mehr Probleme mit den Eltern, als mit den dazu gehörenden Kindern.

Immer diese Sonderbehandlungen, immer diese Extras. Was geben wir für ein Vorbild ab?

Wie habe ich meine Kinder nur erzogen?

Gut, ich hatte das Glück, dass ich nicht abhängig war, von Kitas, von Kinderhorts…

Ich konnte die ersten Jahre zu Hause bleiben. Hatte die Grosseltern in der Nähe.

Doch wäre ich auch eine solche Mutter gewesen? Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um den Kindern einen tollen Tag zu schenken.

Aber was bringt das, wenn die Eltern nicht mitspielen. Auf unserem Familienfest am Samstagmittag (es gab gratis Mittagessen und Getränke) waren von 58 potentiellen Familien nur 8 Familien anwesend. Was sagt uns das? Unsere Arbeit wird nicht gewürdigt. Wochenlang haben wir dieses Fest vorbereitet. Ob es noch eine Wiederholung gibt? Ich bin nicht dafür.

Und trotzdem tun wir täglich unsere Arbeit, gewissenhaft.

Wir sind da von 7 bis 19 Uhr, täglich. Planen schon Wochen im vorraus. Aber das scheint alles normal zu sein. Trocknen Tränen, trösten,… Werden am Ende des Tages gefragt, ob das Kind geschlafen hat, denn es soll müde sein, wenn Mama es holen kommt.

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Die Frau des Jägers


Wie ihr vielleicht wisst, ist mein Göttergatte Jäger. Jäger mit Leib und Seele. Das nun seit 20 Jahren.

Als er den Gedanken vor etwa 20 Jahren hatte, den Jagdschein zu machen, hatte ich nichts dagegen. Es war tiefer Winter, die Abende waren lang, er lernte und lernte.

Bis dahin war ich noch nie in den Dunstkreis der Jägerschaft gewesen. Ich wusste nicht, was da auf mich zukam.

Nach der bestandenen Prüfung musste ein Revier, Gewehre, die passenden Tarnklamotten her. Ich beobachtet das Treiben meines jagenden Göttergatten nur. Das war in dieser Zeit nicht so einfach für uns, das finanzielle. Weil die Anfangszeiten als Jungjäger sind nicht gerade preiswert. Ich liess ihn gewähren.

Dann hatte er endlich sein Revier. Und das Drama fing an. Das Revier lag etwa 50km von uns entfernt, und wir hatten nur einen Wagen.

Im Sommer fuhr er sofort nach der Arbeit zum Ansitz, kam spät nach Hause. An den Wochenenden war er immer weg. Und ich war zu Hause und die Kinder noch klein. Damals ging ich noch nicht arbeiten.

So ging das etwa 2 Jahre. Er wechselte das Revier. Dieses Revier, wo er heute noch jagd, liegt nur etwa 5km von uns.

Es musste ein zweites Fahrzeug her. Ich fing zu arbeiten an, durch die Schichtarbeit musste ich auch am Wochenende arbeiten.

Ich glaub ihm war das ganz recht, ich war jedes zweite Wochenende nicht da, hatte viel Spätschicht, bekam viele Jagdaktivitäten nicht mit.

So ging das 12 Jahre. Ich wechselte die Arbeit, auch weil mir die Wochenendarbeiten sehr auf den Geist gingen. Jetzt hab ich am Wochenende frei, doch wo ist der jagenden Göttergatte? Von April bis Dezember jedes Wochenende zur Jagd. Während des Sommers, wenn es lang hell ist, auch abends. Aber da ist nicht nur die Jagd, da sind auch Unterhaltsarbeiten im Wald. Und dann die Treib- und Ansitzjagden…

Aber was kann ich sagen? Ich habe mich dran gewöhnt. Allein am Wochenende zu sein. Ich freue mich sogar für ihn, wenn er müde und zufrieden von einem Jagdgang nach Hause kommt. Wenn ich sehe, dass er wieder gestresst von der Arbeit kommt, schick ich ihn in den Wald.

Gut, ich habe immer frisches, gesundes Fleisch in der Tiefkühltruhe. Doch es braucht Zeit es zuzubereiten. Das kann ich nicht schnell, wenn ich abends erst um 20 Uhr nach Hause komme. Und am Wochenende, wenn ich dann ein wenig mehr Zeit habe, den ganzen Morgen in der Küche verbracht habe, dann weiss ich nicht wann der jagende Göttergatte denn nun nach Hause kommt. Wenn er dann so gegen 13 Uhr kommt, läutet während des leckeren Essens meist schon sein Telefon oder es piept nur so vor sich hin. Natürlich ist dann schon wieder ein anderer Jäger an der Strippe und fragt nach, wie der morgendliche Jagdgang denn so war…oder man macht sofort einen neuen Termin für den Abendansitz aus. Dann ist der jagende Göttergatte schon gegen 16.00 wieder weg.

Und dann kommt die Zeit von Januar bis April/Mai. Dann ist jagdfrei. Was macht man dann? Meine Wochenenden sind mittlerweile so verplant, dass ich mir schon denke, was macht er hier?

 

Zufrieden?


Ahh, ich habe jetzt eine Woche Ferien. Und was mach ich, wenn man eine Woche frei hat?

Ich geniesse es, den ganzen Tag mal nicht zu reden. (Was ich ja sonst den ganzen tag machen muss)

Ich habe mir soviel vorgenommen. Mal sehen, ob ich alles erledigt bekomme. Ich geb es zu, ich bin ein wenig überfordert mit der ganzen Situation mittlerweile. Die lange Abwesenheit, die langen Fahrten und das schlechte Gewissen.

Ich weiss nicht, wie es anderen berufstätigen Frauen geht. Ich habe das Gefühl jeglichen Kontakt zur Aussenwelt zu verlieren. Meine Tage/Wochen sind voll durchgeplant. Es bleibt keine Zeit mehr für Extras. Im Frühjahr habe ich mit Sport (EMS Training )angefangen. Jede Woche eine Stunde. Aber ich musste es leiden wieder abbrechen, da ich nur gehetzt dort ankam, und wieder was anderes auf der Strecke blieb. Schade.

Einfach sich mal abends treffen, geht nicht. Ich bin einfach zu müde und habe noch 1000 Sachen zu tun. Wenn ich abends gegen 20 Uhr nach hause komme, kann ich mich nicht hinsetzen, sonst schlaf ich ein. Also setz ich mich nicht, und tu noch was.

Meine Haushaltsperle, die einmal pro Woche kam, ist operiert worden. Und eine neue? Woher nehmen?

Ich habe den Eindruck, dass ich immer, wenn ich hier schreibe, total negativ rüberkomme. Dass ich nur rummotze. Das möchte ich eigentlich nicht. Aber wo sind alle die positiven Ereignisse, Erlebnisse? Seh ich sie nicht mehr?

Von meinem Arbeitsalltag könnte ich bisschen erzählen, das nervenraubenden Miteinander, oder auch die schönen Momente, die ich manchmal mit den Kollegen und Klienten hab. Aber mich beunruhigt es immer, dass man mich erkennen könnte. Das möchte ich auf keinen Fall.

Sommer 2018


Und schon ist es wieder 3 Monate her, dass ich hier erschienen bin…

Was war das doch eine tolle Zeit, die letzte Zeit. Irgendwie kommt es mir vor, wie die Ruhe vor dem Sturm.

Der Sommer war mit viel Arbeit belegt, natürlich kamen noch der Urlaub und ein grosses Familienfest dazwischen.

Der Urlaub in Kroatien war toll. Kroatien kann ich wirklich nur empfehlen. 2 Wochen haben wir dort verbracht. Wir haben eine Rundreise durchs Land gemacht, eine kleine Bootstour von 2 Tagen, einfach die Seele am Pool baumeln lassen, viel gelacht und sogar abends in einer sehr steifen Hotelbar getanzt. Es war einfach perfekt. Wir haben das gebraucht. Und ich glaube sogar, dass der Zauber dieses Urlaubs jetzt noch nachwirkt.

btr

Sofort nach dem Urlaub musste ich mit meiner Schwester das Event des Jahres planen: die Goldhochzeit unserer Eltern. Anfang des Jahres meinte meine Mutter noch, dass sie dieses Fest nicht feiern wolle, doch mein Vater hat sie überzeugt. So kam es, dass mein Vater meiner Schwester und mir das Datum der Festlichkeiten Anfang August mitteilte: das Fest sollte am 15. September stattfinden. Boah, 6 Wochen für die Vorbereitungen…und das bei vollen Arbeitstagen.

Aber es war ein tolles Fest. Wir haben alles zeitig organisiert vom Gottesdienst, über eine Hochzeitszeitung bis hin zum Orchester. Das beste waren aber Interviews mit Weggefährten, die die beiden die letzten 50 Jahre begleitet haben. Einige waren dabei, die sie schon jahrelang nicht mehr gesehen haben. Diesen Film haben wir dann abends während der Feier gezeigt. Begonnen haben wir den Film mit einer Erklärung der jüngsten Enkel zum Thema „Goldhochzeit“. Nach dem Motto: „Was feiern Oma und Opa eigentlich für ein Fest?“ Das war schon süss anzusehen, was ein 4 und 6Jähriger sich darunter vorstellen. Alle haben getanzt, gelacht und hatten sich viel zu erzählen. Natürlich ist so ein Tag auch sehr emotional. Man reflektiert über sich und die anderen. Einige Tränen sind schon geflossen.

Und jetzt bin ich wieder voll im Berufsalltag drin. Neue Kollegen, neuer Stundenplan. Es hat einiges geändert. Zu welcher Seite? Ob positiv oder negativ?

Ich habe in letzter Zeit oft die Gedanken : WAS TU ICH HIER? Und das empfinde ich nicht als positiv. Manchmal ertappe ich mich dabei: LASS SIE DOCH EINFACH MACHEN, MIR DOCH EGAL. MACH DEINE ARBEIT UND GEH NACH HAUSE.

Aber so bin ich normalerweise nicht. Wenn ich was tu, was organisiere, dann mit Leib und Seele, mit vollem Einsatz. Ich glaub, es kommt daher, dass ich niemanden habe, mit dem ich mich mal über die Arbeit unterhalten, mich mal auskotzen kann. Klar, erzähl ich was zu Hause, aber die können das nicht nachvollziehen. Naja, kommt Zeit, kommt Rat.

 

 

Viele Baustellen


Letztens wurde ich gefragt, wann ich denn noch einmal bloggen würde.

Naja, da bin ich.

Ich würde so gerne regelmässiger (also mindestens 1x Woche) hier meine grossen und kleinen Geschichten, meine grossen und weniger grossen Abenteuer mit euch teilen.

Aber ich habe leider keine Zeit.

Oder könnte ich mir die Zeit nehmen? Vielleicht, jetzt habe ich sie ja auch. Ich habe sie mir jetzt gestohlen. (Auf der Arbeit, wo ich eigentlich was nützliches tun müsste).

Wenn ich abends zwischen 18 Uhr und 20.30 Uhr nach Hause komme, dann bin ich fertig mit der Welt, so glaube ich es. Wenn ich Pech habe, muss ich noch das Abendessen machen, noch Wäsche…. Mein Göttergatte liebt es überhaupt nicht alleine zu essen. „Ich versteh das nicht“ Ich wäre schon glücklich, wenn er schon gegessen hätte und die Küche wäre geräumt. Aber dem ist nicht so. Ich esse ja auch abends nicht mal was.

Was kann ich sonst noch erzählen:

Von meiner Arbeit: Ich bin jetzt fast 2 Jahre hier. Es waren schöne Tage und nicht so schöne Tage dabei. (z.B. Haben 3 Kolleginnen innerhalb von einem Monat die Diagnose Krebs erhalten) Das bedeutete für uns alle, dass wir viele Überstunden machen mussten. Mittlerweile hat sich die Situation ein wenig entschärft. Wir haben neues Personal. Aber dieses neue Personal muss sich mal finden, muss eine gemeinsame Basis schaffen. Und das ist nicht ganz so einfach. Ich sag nur: arbeiten in einem Frauenteam.

Seit letzter Woche habe ich wieder einen freien Tag. Das war das letzte halbe Jahr nicht so. Da habe ich die 32 Std/Woche gemacht, mit jeweils 3 Stunden Fahrt zum Arbeitsplatz.

Tja, was macht man nicht alles, wenn einem die Arbeit gefällt.

Und hier zu Hause:

Meine Kinder leben noch immer im Hotel Mama, gehen zwar beide arbeiten, haben ihre Beziehungen, aber wollen einfach nicht ausziehen. Wenn ich noch irgend eine Hilfe davon hätte, würde ich ja nichts sagen. Aber so: der Kühlschrank wird immer gefüllt, und zwar von mir, die eigentlich keine Zeit hat. Die Wäsche ist immer frisch gemacht, und zwar von mir, die eigentlich keine Zeit hat. So könnte ich noch einige Beispiele geben.

Mein Göttergatte: Er geht noch immer zur Jagd, geht freudig jeden Tag aus dem Haus und hilft mir, wo er kann, wo ich es will.

In 8 Wochen haben wir beide zusammen drei Wochen Urlaub. 11 Tage davon werden wir uns vom Hotel Mama verabschieden.

Wir beide brauchen den Urlaub. Da ich immer so spät nach Hause komme, haben wir fast gar keinen Kontakt mehr. Das Nötigste wird zwischen dem Zubettgehen meines Göttergattens und meiner Ankunft zu Hause besprochen. Wir haben einfach keine Zeit mehr. Und am Wochenende : dann haben wir so viel zu tun.

Auf jedenfall bin ich froh, dass ich eine Putzfee gefunden hab. Sie kommt jeden Freitagnachmittag und reinigt meine Wohnung. Aber nicht die Etage der Kinder. Erst waren sie ein wenig angepi..t, als ich ihnen mitteilte, dass unsere Fee nur Wohnzimmer, Küche, mein Schlafzimmer und mein Bad putzt. Ich sagte ihnen, wenn sie oben geputzt haben wollen, dann müssten sie das mit der Fee besprechen und selbst bezahlen. Es nie wieder jemand davon geredet.

Ich bin froh, dass ich gleich ins Wochenende starten darf. Mein Tag dauert noch bis 19.00 Uhr, dann noch 1,5 Std Fahrt und das Wochenende ist da.

Heute hatte ich einen sehr anstrengenden Tag. Der Morgen begann damit, dass ich Mitglied in einer Prüfungskommission bin. Während dieser Prüfung werden junge Leute(Studenten) getestet, ob sie fähig sind ins Arbeitsleben zu starten. Dazu mussten sie eine Arbeit schreiben. Diese Arbeit mussten sie heute morgen mündlich vorstellen vor einer Jury. Die Jury stellt sich zusammen aus ihrer Tutorin, einer Professorin und aus einer Fachfrau (ich). Ist immer sehr spannend so etwas zu machen. Die jungen Leute haben das gut gemacht, viel besser, als ich es erwartet habe, denn die schriftliche Arbeit war nicht so gut.

Wenn ich solch eine Aufgabe, wie diese Prüfung annehme, bedeutet das immer Mehrarbeit für mich. Aber ich mach es gerne.

So, und jetzt muss ich noch etwas tun.

Bis später

 

Lustig ist das Weihnachtsleben..


Die erste Woche meines Weihnachtsurlaubes ist schon fast vorbei.

Der Weihnachtsbaum steht seit gestern.

Das Weihnachtsmenu steht nun auch fest. Ich habe eben mal überlegt, was ich am „Heiligen Abend“ so kochen werde. Wir werden zu dritt sein. Zuerst wollte ich Raclett machen, aber das ist doch für drei Personen einfach zuviel Aufwand. Jetzt mach ich eine Rehkeule. Für uns ist das eigentlich nichts besonderes, da mein Mann ja der Jäger ist, und ich das Fleisch ja immer vorrätig habe. Ich versuch nur immer andere Rezepte. Mittlerweile bin ich schon ein Profi im Wild-kochen (kann man so sagen)

Wenn ich dann jetzt zur Weihnachtszeit die Preise für eine Hirschfilet beim Metzger sehe, und wenn ich sehe, was die Jäger beim Grosshandel für einen ganzen Hirschen bekommen, dann schlackere ich mit den Ohren. Bsp. Grosshandel gibt dem Jäger für ein Reh in der Decke 5,50 Euro/kg. Und ein Filet vom Reh kostet dann beim Metzger 49 Euro/kg. Aber das ist ein anderes Thema.

Am ersten Weihnachtstag trifft sich die ganze Sippe bei meinen Eltern. Ich werde die Suppe kochen, ein Meerrettichschaumsüppchen mit süssem Topping. Darauf freu ich mich schon.

Die letzten Tage hier zu Hause habe ich nur die Seele baumeln lassen, das Nötigste getan, wie z.B. meinen Liebsten nachgeräumt, … War das so geplant?

Ich/Wir hatten eigentlich nichts geplant! Nichts, wie wir unsere gemeinsame freie Zeit gemeinsam verbringen sollten/wollten. Muss man die denn gemeinsam verbringen? Steht das irgendwo geschrieben?

Mein Göttergatte verlässt ganz heimlich noch vor Sonnenaufgang das eheliche Schlafgemach, macht Frühstück, geht sogar noch Brötchen holen und verschwindet in Richtung Wald. Meist kommt er dann am frühen Nachmittag nach Hause, isst irgend etwas und verschwindet wieder bis es stockfinster ist. Am Abend schläft er dann schon um 8 auf der Couch ein. Ich frage schon nicht mehr wie gross ihre Strecke gewesen ist, ob ein Wildschwein sich verlaufen hat…bin nur immer froh, wenn die Hunde mit nach Hause kommen.  Ja, ich sage gar nichts mehr. Die Stimmung meinerseits ist eher eisig bis frostig.  So geht das jetzt schon seit letztem Freitag, also seit 7 Tagen.

Man gewöhnt sich an alles. Auch daran.

Meine Kinder sind noch zur Arbeit. Also bin ich den ganzen Tag allein zu Hause. Was habe ich mir früher gewünscht, dass wir (mein Göttergatte und ich) mal sturmfreie Bude haben. Und jetzt haben wir sie, und wissen nichts damit anzufangen. Doch mein Göttergatte weiss genug damit anzufangen.

Mittlerweile vermisse ich sogar meine Arbeit. Ist das nicht schrecklich?

Mal sehen, wie sich die nächste Woche entwickelt.

Ich wünsche trotzdem ein frohes Fest!

Jetzt hab ich Urlaub, mmh :-)


Ja, es ist wieder ein Jahr geschafft.

Seit gestern habe ich meinen Endjahresurlaub. Er dauert bis zum 2. Januar. Und was soll ich euch sagen? Haben jetzt euphorische Gefühlsausbrüche eingesetzt? NEIN! Ich bin gestern mit einer gewaltigen Migräne wachgeworden, die meine Pläne für den Tag mal gewaltig über den Haufen geworfen hat.

Morgen muss ich noch die Weihnachtsfeier überstehen, und dann fängt das intensive Familienleben wieder für zwei Wochen an. Tja sehr intensiv. Wenn man nicht mehr gewohnt ist ständig aufeinander zu hocken, dann kann es schon manchmal zu gewissen Spannungen kommen. Und darauf habe ich so gar keine Lust.

Ich habe noch überhaupt nichts für die Feiertage geplant. Es hat sich auch noch kein besinnliches Gefühl bei mir eingestellt. Ich beneide die Leute, die so wirklich entschleunigen können, sich Zeit nehmen können – habe ich das verlernt?

Früher trafen wir uns Weihnachten immer bei meinen Eltern, die ganze Sippe. Aber meine Mutter hat nun auch keine Lust mehr dazu. Also werde ich meine Eltern irgendwann in den nächsten Tagen mal zum Essen einladen, das wär es dann. Aber das ist doch kein richtiges Fest! Mein Tochter hat nur am 25. frei, mein Sohn hat zwar auch Urlaub, aber das ist ein anderes Thema.

Mit meinen Geschwistern habe ich zwar Kontakt, man sieht sich, aber mehr auch nicht. Wie das soweit kommen konnte, weiss ich auch nicht. Wir wohnen zwar alle im Umkreis von 30km, doch irgendwie ist der Wurm drin.

Mit den Geschwistern meines Mannes haben wir so gut wie gar keinen Kontakt mehr.

Es sind schon verfahrenen Situationen.

Aber jeder lebt sein Leben und es ist auch gut so!

Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass wir alle so auseinander gedriftet sind? Das war doch nicht so? Wir haben uns nicht mal gestritten;

Ich beneide die grossen Familienclans, die sich gegenseitig helfen, die zusammen Feste feiern, die zusammen in Urlaub fahren (nicht immer) … Aber irgendwie könnte ich es mir gar nicht vorstellen mit meinen kleinen Neffen zusammen in einer Finca zu sein, ich würde mich tierisch über den Erziehungsstil meines Bruders aufregen, oder meine pubertierenden Nichten, die mittlerweile das Kommando über meine Schwester übernommen haben. Und dann meine Mutter zu sehen, die dazwischen springt und vermitteln will. Oh Gott – das würde was werden. Na ja auf einen Versuch würde es ankommen. Ich weiss, das so eine grosser Familienurlaub, der grösste Wunsch meines Vaters wäre!

Vielleicht nehm ich mir das als Ziel für nächstes Jahr vor, wer weiss es!

Dieser Familienurlaub spinnt nämlich schon lange in meinem Kopf. Mein Vater, dessen Wurzeln in Südfrankreich liegen, würde es schon gerne sehen. Ihn mit so einer Reise zu überraschen, das hätte schon was.

Er wäre sofort dafür. Aber meine Mutter müsste ich noch überzeugen. Sie muss noch wöchentlich/täglich die Kinder meiner Geschwister hüten. Also die sehen sich oft genug. Und sie ist froh, wenn sie Kinderfrei hat.

Natürlich müsste ich den richtigen Ort und die richtige Location dafür finden. Es muss viel Platz sein, wir dürfen nicht alle aufeinander hängen, es muss etwas los sein, aber auch nicht zuviel….Gar nicht so einfach für so viele Leute.

Na, dann habe ich ja was zu tun. (Als ob ich sonst nichts zu tun hätte 🙂 )

Ich sag mal was dazu…


 

Ist es Stress? Oder mache ich ihn mir selbst?

In einem meiner letzten Beiträge habe ich ein wenig über meine jetzige Situation erzählt. Das möchte ich nun mal was vertiefen, damit ihr mich versteht.

Vor vielen, vielen Jahren hatte ich meinen Traumjob. Doch durch meine Gesundheit, durch viele miese Umstände musste ich leider kündigen. Nach vielen Bewerbungsschreiben wurde ich dann gefunden. So kann man es wirklich sagen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben.

Nun arbeite ich zwar in meinen Beruf, aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Ich muss viel organisieren, viel planen, viele Versammlungen, viel reden, viel schlichten, von allem so viel….

Es hat bestimmt ein ganzes Jahr gedauert, ehe ich die ganze Struktur, die Hierarchie mal durchschaut hatte. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Aber jetzt geht es.

Hinzu kommt, dass das ganze sich nicht in meiner Muttersprache abspielt und ich noch einen Crashkursus für die Fachbegriffe absolvieren musste.

Und dann die Entfernung: Eine Hin- und Rückfahrt sind genau 150 km. Ich brauche für eine Fahrt ca. 70 Minuten (wenn keine Baustelle auf dem Weg ist).

Auf meiner letzten Arbeitsstelle fing ich erst nachmittags an. So hatte ich genügend Zeit, meinen Haushalt immer auf Vordermann zu bringen, die Einkäufe zu machen, selbst für unseren riesigen Garten fand ich noch Zeit. Aber jetzt ist das alles ganz anders. Der Samstag steht ganz im Zeichen von Hausarbeit, Einkaufen, Wäsche… Der Sonntag ist meist verplant. Entweder ist mein Göttergatte zur Jagd (jetzt im Herbst besonders oft), dann tu ich absolut gar nichts oder ich mach schon etwas für die Arbeit. Aber ich muss dazu sagen, ich geniesse solche Sonntage ganz besonders, wo ich ganz alleine bin. Meist koche ich Sonntagabends irgend etwas besonderes für uns beide. Dann muss ich aber genau wissen, dass er nicht irgendwo zum Jägerschmaus eingeladen wurde.

Meine Kinder: Sie sind auch immer wieder hier oder auch nicht.

Montags hab ich meistens frei. Wenn wieder nicht irgendjemand krank ist oder Urlaub hat. Diese Montage sind meine Tage: da geh ich zum Frisör, zur Kosmetik – besuche meine Eltern…und erledige Sachen, zu denen ich sonst nicht komme.

Dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags verlasse ich schon um 9 das Haus und bin gegen 19.30 – 20.30 zurück. Ehe ich morgens aus dem Haus gehe, habe ich schon das Abendessen vorbereitet und bin schon eine Runde mit den Hunden gegangen. Natürlich muss ich mich morgens auch noch in Schale schmeissen. Dafür steh ich um 5.30 Uhr auf.

Es sind schon lange Tage.

Aber ich möchte es nicht anders haben. Doch eines schon: Ich würde mir wünschen, keine Arbeit mehr mit nach Hause zu bringen. Ich reduziere das schon, aber irgendwie kommt immer was mit. Es geht nicht ohne. Wenn ich zu Hause bin, denk ich:“jetzt kannst du das und das noch machen!“, wenn ich auf der Arbeit bin, denk ich, „fahr nach Hause, der Weg ist noch weit.“

In einem Arbeitsjahr darf ich mir 35 Urlaubstage nehmen. Die sollte ich jetzt bis Ende Oktober für 2018 abgeben. Und was soll ich sagen? Das war total schwierig die zu verteilen. Bis jetzt hab ich erst 22 verteilt/genommen. Da ich nicht weiss wann ich die nehmen soll. Ich habe geschaut, wann mein Göttergatte Urlaub hat – das sind schon mal 15 Tage (3 Wochen)im Sommer, im Februar 2 Tage, im Mai 5 Tage. Und den Rest? Muss mal sehen.

Meine Arbeitskollegen sind ok. Alles Frauen. 😉

Die Arbeitsbedingungen sind einmalig. Ich staune noch immer. Noch täglich. Für jedes Problem gibt es einen Ansprechpartner, gibt es einen Dienst, der es löst. So kenn ich das nicht.

Aber natürlich wird wie überall Leistung gefragt. Nichts ist umsonst. Und Kontrolle ist überall.

Und mein Göttergatte? Ja, der arbeitet auch Vollzeit. Er verlässt um 6 Uhr das Haus und kommt gegen 18.00 Uhr nach Hause. Wenn ich dann so gegen 20.30 Uhr komme, ist er meist schon auf der Couch eingepennt oder liegt schon im Bett. Die einzigen Minuten, in der wir noch kurz miteinander reden, sind morgens, wenn er aufsteht. Obwohl ich der totale Morgenmuffel bin, und ich mich unwahrscheinlich zusammenreissen muss, überhaupt den Mund zu öffnen. 🙂

Oft denke ich mir, es wäre besser für unsere Beziehung, einfach im Bett zu bleiben und abzuwarten, bis er das Haus verlassen hat. Aber dann würden wir tagelang nicht zusammen reden.

Und nun meine Kinder: Tja, beide wohnen noch zu Hause. Beide gehen voll arbeiten. Der Sohn verlässt das Haus um 5.30 Uhr und trudelt auch so gegen 18.00 wieder ein, wenn die Freundin nicht gekocht hat, dann geht er nämlich zu ihr. Das weiss er niemals im voraus. Und das ist lästig. Die Tochter verlässt auch zwischen 6 und 8 Uhr das Haus. Und kommt zwischen 17 und 19 Uhr nach Hause. Hängt davon ab, wie ihre Schichten sind. Sie arbeitet auch am Wochenende!

Und dazwischen steh ich, versuche das alles zu managen. Habe alle Termine für jeden im Kopf. Jeder verlässt sich auf mich. Ob das mein Göttergatte, meine Kinder oder selbst mittlerweile einige Arbeitskollegen sind.

Manchmal, wenn ich auf meiner langen Autofahrt zur Arbeit bin, dann sinniere ich über ein anderes Leben. Dann denke ich an meine Arbeitskollegin, die genau so alt ist wie ich, die sich jetzt ein neues Appartement in der Stadt gekauft hat, alleine mit ihrem Kater wohnt, dreimal pro Jahr in Urlaub fährt, einfach macht, was sie möchte… Sie kann sich voll auf die Arbeit konzentrieren, brauch nicht vorzukochen, brauch nicht morgens durch ein Haus zu hetzen, Wäsche räumen…Neulich hat diese Kollegin mir gesagt, dass sie mich beneidet. Ich muss dazu sagen, dass ich die einzige Kollegin in unserem Team bin, die eine „intakte“ Familie hat. Aber was nennt man schon intakt?

Mit kleineren Kindern könnte ich diesen Job gar nicht machen. Und mein Alter hat mir auch schon einige Vorteile gebracht. Diesen Job hätte ich niemals mit Mitte zwanzig stemmen können. Warum? Wie soll ich das jetzt erklären, ohne zuviel zu sagen? Ich habe viel, sehr viel mit jungen, sehr jungen Eltern zu tun. Manchmal wollen diese mich belehren über Ansichten, da wackel ich mit den Ohren. Dann muss ich ein dickes Fell haben und muss sehr emphatisch meine Meinung sagen und dazu stehen.

So ich hoffe, jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in mein Leben.

Noch Fragen?

 

 

Meine Kinder


Habe ich jemals viel über meine Kinder geschrieben?

Ich weiss es nicht.

Ich habe einen Sohn und eine Tochter. Beide habe ich schon sehr jung bekommen. Ich war 21 bei der Geburt meines Sohnes und 23 bei der Geburt meiner Tochter.

Nun sind sie „groß“. Machen ihr Leben. Haben ihre Beziehungen, aber leben noch immer im Hotel Mama.

Sie leben hier, mache was sie wollen, gehen und kommen, wann sie wollen. Niemand (Ich) sagt was.

Aber jetzt ist was eingetreten, was ich nie für möglich gehalten hätte: Ich möchte, dass sie flügge werden. Ich möchte wieder Paarzeit für meinen Besten und mich haben. Ich möchte wieder mal nackig durchs Haus laufen, ohne dass die Freundin mir über den Weg läuft, ich möchte mal wieder nachts Musik voll aufdrehen, ohne dass jemand von oben schreit: „man, was macht ihr für nen Krach!“ Ich möchte mal wieder einfach so vorm Kamin was lekkeres essen, ohne dass jemand die Augen verdreht….

Sie sind so spiessig. Am Wochenende liegen sie hier rum, anstatt sich irgendwo zu amüsieren. Natürlich kann Mutter (ich) dann ihren Mund nicht halten, und sagt, dann was. Stösst aber alles auf taube Ohren. Wann gehen die aus? Wann amüsieren die sich? Die Zeit mit Anfang 20 kommt doch nie wieder! Man, was hatten wir es gut! Sie liegen hier rum, schauen sich auf ihren Smartphones oder I-phones Videos an, schreiben sich gegenseitig, obwohl sie hier auf der Couch liegen…. Ich versteh die Welt nicht mehr.

Haben alle Autos, haben alle ein Einkommen, haben was sie wollen – haben sie zuviel? Sind sie übersättigt?

Wir hatten damals nichts! Hatten nur uns, unsere Freunde, viel Fantasie und nur Dummheiten im Kopf. Wir können uns heute noch froh davon erzählen, was wir damals erlebt haben.

Was erzählen unsere Kinder in zwanzig Jahren: Wir haben bei Mama auf der Couch gelegen und uns Videos zugesendet? Hä?

Endlich komm ich dazu,…


Nach unendlichen 9 Monaten habe ich mich wieder an einen Blogbeitrag gewagt.

Eigentlich habe ich gar keine Zeit.

In den letzten Monaten ist unwahrscheinlich viel geschehen. Ich könnte jeden Tag einen Beitrag bringen, wenn ich denn die Zeit hätte. Aber die habe ich nicht. Ich werde es aber versuchen.

Jetzt arbeite ich schon 1,5 Jahre bei meinem neuen Arbeitgeber und mein Leben hat sich total verändert. Ich habe einfach nur noch Stress, steh unter Strom, habe 1000 Sachen im Kopf… Montags habe ich zwar frei, aber den brauch ich auch. Diesen Tag geniesse ich. Das ist mein Tag. (ich versuch es jedenfalls)

Ich fahre jeden Tag 150 km. Hin- und Rückfahrt. Geh morgens um 9 Uhr aus dem Haus und, wenn es gut geht, bin ich um 19.30 Uhr zu Hause. Freitags erst gegen 20.30 Uhr. Wenn ich nicht zu müde bin, bügele ich noch (das entspannt mich) oder ich muss noch was arbeiten (was ich tagsüber nicht geschafft habe)

Meine Familie möchte ja auch noch was von mir haben, aber das geht abends nicht mehr. Weil ich den ganzen Tag sprechen muss, kann ich das abends nicht mehr. Obwohl ich die lange Autofahrt ja schon hatte.

Manchmal kommt mein Göttergatte auf die glorreiche Idee mit dem Abendessen auf mich zu warten. Er ist meist als erster zu Hause, macht das Abendessen dann, das ich morgens schon in aller Herrgottsfrühe vorbereitet habe. Die Tochter und der Sohn trudeln dann nach und nach ein. Die drei essen dann und räumen die Küche auf.

Aber manchmal hat er ja die Idee mit dem Essen auf mich zu warten. Dann ist ein schöner Tisch gedeckt, der Wein dekantiert… und ich komm rein, seh das : ich kann es nicht haben. Ich habe es ihm schon so oft gesagt, dass ich abends nichts mehr essen möchte, so spät. Dann ist es bestimmt 21.30 Uhr ehe die Küche geräumt ist, und ich muss reden. Ich kann das nicht. Meist mache ich dann gute Mine, sag nichts, lass ihn dabei, er meint es doch nur gut. Aber ich möchte doch einfach nur meine Ruhe. Lass ihn reden und gut ist.