Nachts, wenn alles schläft…


Nachts, wenn alles schläft, dann liege ich wach.

Dann dreht mein Gedankenkarussell. Es ist zum Mäuse melken.

Ich denke an die unmöglichsten Dinge, total unnötig! Aber sie beschäftigen mich.

Ich mache dann Yoga-Übungen im Bett, stehe auf, mache Yoga-Übungen im Wohnzimmer, warte, leg mich wieder hin, wenn nach 20 Minuten sich noch immer nichts tut, steh ich wieder auf, mach die Flimmerkiste an oder setzt mich vorm PC, les was in einem Buch, bis ich müde werde… und dann hoffe ich auf Schlaf. Aber meist setzt das Gedankenkarussell wieder ein. Meist ist es dann kurz nach 4. Um 5.20 Uhr soll ich dann aufstehen. Natürlich lässt mein Bester mich dann liegen. Er fährt um 6.00 Uhr. Ich steh dann gegen 7.00 Uhr auf, mach mich, die Hunde, das Haus fertig und fahr dann.

Einmal hatte ich schon einen Sekundenschlaf während der Autofahrt und musste anhalten. Ich bin doch tatsächlich fast in den Graben gefahren und das im vollen Berufsverkehr. Ein anderes mal habe ich vorher angehalten, bin rechts auf einen Parkplatz rangefahren und habe doch tatsächlich ein fünf minütiges Powernapping bei laufendem Motor gemacht. Danach ging es mir wesentlich besser, ich war wieder fit! Das war auf dem Hinweg.

Ich war auch schon zum Arzt. Ja, ich müsse mich entspannen, was mich denn so beschäftige..Ich möchte aber keine Schlaftabletten. Ich war schon einmal abhängig, das möchte ich nicht noch einmal mitmachen. Das muss auch so gehen. Irgendwie!

 

Die Handwerker sind im Haus


Und wieder ist viel Zeit vergangen seit meinem letzten Beitrag. Ich habe einfach noch keinen Rhythmus drin. Wie machen das die anderen berufstätigen Frauen, die sich dann noch über ihre wenige Freizeit, über ihre große Familie, über ihren nicht-gemachten Haushalt beklagen??? Und dennoch tolle, lang Beiträge schreiben. Ich versteh es nicht.

Der letzte Monat, der Januar, stand bei uns ganz im Zeichen der Renovierungsarbeiten. Endlich! Mein Bester und mein Großer hatten noch witterungsbedingt frei, und ich musste die ja beschäftigen 😉 Es gibt nichts schlimmeres, als Männer, die sich zu Hause langweilen!!!

Also, haben sie von mir den Auftrag bekommen, das Gäste-WC zu renovieren (neue Fliesen, neues WC), das Schlafzimmer der Großen zu renovieren (neuen Boden, neue Wandschränke, neue Decke, neue Tapete…), neues Laminat im Zimmer vom Großen verlegen und neues Laminat auf der Galerie im 1. Stock.

Ich hab mir eine Einkaufsliste von meinen Männern geben lassen und bin dann samstags zum nächsten Baumarkt gefahren, damit die ja genug Materialien vor Ort hatten, und montags sofort starten konnten.

Was ich natürlich nicht bedacht habe, dass ich gar nicht vor Ort bin, wenn die arbeiten. Ich komm abends von meiner Arbeit nach Hause und komme ins Chaos… es war nicht schön kann ich sagen. Und so ging das drei Wochen!!! Ich hatte ja nur das Wochenende um gründlich zu putzen. Aber jetzt ist es schön. Alles neu und sauber. Es hat mich an meine Grenzen gebracht. Wenn ich was sagen wollte, dann sagte mein Großer: „Mama, du wolltest es so haben!“

Ist die Katze aus dem Haus, dann tanzen die Mäuse


Einer meiner Vorsätze (welches waren denn die anderen? ;-)) zum Jahresbeginn war es, mich etwas mehr um meinen Blog zu kümmern.

Er verwahrlost ja regelrecht! Wenn ich da an frühere Zeiten denke….

Aber wie ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben hab, komm ich einfach während der Woche nicht dazu. Vielleicht nachts? Mal sehen.

Jetzt hab ich die erste Woche nach den Weihnachtsferien wieder gearbeitet. Meine Lieben hatten noch frei und konnten noch alle zu Hause bleiben. Das war schon ein seltsames Gefühl für mich, morgens aus dem Haus zu gehen und zu wissen, die sind alle noch da. Am ersten Abend dachte ich mir, jetzt wirst du bestimmt mit einem tollen Abendessen überrascht. Pff-Pustekuchen…Der Beste lag auf dem Sofa und schlief, der Rest saß auf dem Sofa und spielte mit den Handys rum.

Ich habe keine Mine verzogen, kein Wort gesagt, doch ich kochte innerlich vor Wut. Ich habe mich still und heimlich in die Küche verzogen und Abendessen gemacht.

Durch das Geklimmpere der Töpfe tauchten sie dann nacheinander auf, und setzten sich zu mir an den Tresen in der Küche und schauten mir zu.

Kind:“Wie war dein Tag, Mama? Wieso bist du denn schon da? Solltest du heute nicht später kommen? “

Ich:“Nein, das ist morgen. Und mein Stundenplan hängt dort auf!“

Kind:“Papa muss dir gleich noch was erzählen. Was ganz tolles!“

Ich: „Ihr habt ja Ferien. Nutzt sie gut.“

Der Beste erscheint in der Küche.

Beste: „Wieso bist du denn schon da? Ich wollte doch was kochen!“

Ich: „Och du hast doch Ferien. Ruh dich aus!“ (Ironisch gemeint-hat er aber nicht verstanden)

Bester: „Ich habe heute ein Auto gekauft. Kind 1 und ich fahren jetzt dorthin und schauen uns den Wagen an. Das war so ein Stress! Ich musste so viele Wagen vergleichen,…Können wir bald essen?“

Ich: „Was für ein Auto? Und wohin werdet ihr fahren? Ja, das Essen ist fertig!“

Wir setzten uns an den Tisch. Ich wurde noch etwas von meinem Tag ausgefragt, es wurde Interesse an meiner Person gezeigt. Als die Beiden fertig mit dem Essen waren, erhoben sie sich, weg waren sie.

Ich muss dazu sagen, dass wir eigentlich geplant hatten, dass wir jetzt im Frühjahr ein neues Auto für mich/die Familie kaufen sollten. Und mein Bester das Auto, mit dem ich jetzt täglich zur Arbeit fahre, als Auto für seine Hobbys(Jagd) benutzen kann. Zur Zeit ist es so, dass, wenn er das Auto am Wochenende für die Jagd braucht, es montags total versifft ist. Dann muss ich es erst mal wieder ein wenig fahrtauglich machen. Meist mach ich das Montagsnachmittags. Und wenn er dann samstags und sonntags unterwegs ist, muss ich zu Hause bleiben. Das ist natürlich doof. Aber mittlerweile habe ich am Wochenende so viel zu tun, dass es mir gar nicht mehr auffällt. Natürlich ist das auch eine Sache der Organisation.

Mein Bester hat einen Firmenwagen, mit dem er natürlich am Wochenende nicht fahren darf. Mein Sohn (Kind1) hat ein Auto, die Tochter wird auch demnächst eins bekommen.

Also, so sass ich am Montagabend da und war so sauer. Die beiden hatten nämlich kein Auto für mich/Familie gekauft, sondern irgend so einen Caddy, der jetzt noch ausgebaut werden soll und dann soll das das Auto meines Mannes werden.

Mein Sohn(Kind1) ist natürlich auch aus dem Häuschen. Der ist froh, dass wir jetzt so einen Wagen haben, dann kann er seinen Wagen schonen. Boah, wenn ich das höre!

Ich sass auf dem Sofa und hoffte, dass dieser Wagen ein Fehlgriff sei! Ich hoffte es so sehr!

Doch ich hatte sich zu wenig gehofft. Da kamen meine beiden Männer mit strahlenden Gesichtern ins Wohnzimmer. Ich brauchte nichts zu fragen. Ich habe auch nichts gefragt. NICHTS!!

Doch, ich hab gefragt, wie das Wetter jetzt sei.

Die beiden setzten sich wieder vorm PC und ich ging ins Bett.

Am anderen Morgen. Ich musste ja früh raus. Als ich aus der Dusche kam, war das Frühstück schon fertig. Überraschung. Ich frühstückte mit meinem Besten. Wir sprachen über alles, nur nicht über das blöde Auto.

Als ich das Haus verlies sagte ich noch zu ihm: „Und welche Überraschung hast du heute Abend für mich bereit?“ Ich war noch immer so sauer.

Es war kurz nach 20.30 Uhr als ich am Dienstag nach Hause kam. Es herrschte Bombenstimmung im Haus. Die Wohnung war tiptop. Der Beste war bester Laune. Er erzählte mir sofort, was er tolles für mich gefunden hätte. Ich hatte ihn nämlich vor ein paar Tagen gebeten was für mich im Internet zu recherchieren, da ich nicht dazu komme. Dass er den ganzen Tag im Internet verbracht hätte…Ich müsste das sofort schauen. Er liess mir fast nicht die Zeit, meinen Mantel auszuziehen.

Es war mir fast unheimlich, die gute Laune, den Wein, den ich sofort bekam…

So haben wir fast den Rest des Abends im Internet verbracht, und ich bin dann auf dem Sofa eingeschlafen. Der Beste hat mich auch nicht geweckt.

Am Mittwoch war ich schon am späten Nachmittag zu Hause. Meine Laune war immer noch nicht gut. Und dann sah ich ihn: ein rotes Etwas! Ich habe nichts gesagt. Es stand in der alten Garage, wo ich so gut wie nie hineingehe. Die Tür stand offen.

Kind1: „Bist du ihn schon schauen gewesen?“

Ich: „Nein. Werde ich auch nicht.“

Kind1: „Mama. Ich versteh dich nicht. Warum bist du so schlecht gelaunt?“

Ich: „Mein Sohn, ich glaub, dass du mich nie verstehen wirst. Du bist ein Mann. Aber ein Autokauf ist nicht das gleiche, als würdest du dir ne neue Hose oder ein neues PC-Spiel kaufen. Da müsste man schon vorher drüber reden und den Zweck der Sache besprechen.“

Kind1: „ich find das lustig, wie du dich aufregst!“

Den Rest der Woche verbrachten die Beiden damit, das Auto zu verzollen  anzumelden und zu versichern.  Mehr haben sie nicht getan.

Bis heute ist die Laune noch immer eisig. Der Beste bemüht sich. Aber ich kann nicht über meinen Schatten springen.

Weihnachten vorbei…


Weihnachten vorbei, die erste Woche meines Urlaubs auch schon…morgen steht Silvester an!

Es war genau so wie ich es vorher gesehen hab:

  • den Weihnachtsbaum hat mein Bester auf den letzten Moment aus dem Wald besorgt. Wir haben den doch tatsächlich bald vergessen!
  • die Geschenke für die Kinder habe ich an meinem letzten Arbeitstag besorgt. Freitags vor Heiligabend, aber nur weil ein großes Einkaufszentrum bis 22 Uhr geöffnet hatte, es auf meinem Heimweg von der Arbeit lag. An diesem Freitag war ich sehr spät zu Hause. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute noch abends spät shoppen gehen. 

In dieser ersten Woche hatte ich mir sooo viel vorgenommen: alles, was die letzten Wochen, Monate so liegen geblieben ist, wollte ich aufarbeiten – doch ich habe nur hier herumgelümmelt, nur das nötigste getan. Dafür muss ich aber nächste Woche ran!!

Und morgen ist Silvester. Eigentlich ein Fest, das so gar nicht nach meinem Geschmack ist. Fremde Leute küssen, die ich gar nicht möchte, aufgesetzte Fröhlichkeit, aufgesetzte Nettigkeit…So empfinde ich das!

Mein Bester hat uns in unsere Stammkneipe angemeldet, und dort werden wir noch mit etwa anderen 98 anderen feierwütigen Leuten ins neue Jahr hineintanzen. Mir wäre es genau so lieb gewesen, wir wären zu Hause geblieben, und hätten uns einen gemütlichen Abend gemacht. Aber mein Bester meint, das könnten wir ja immer machen.

Und weil ich ja wieder meinte, dass ich den Schrank voll „NICHTS ANZUZIEHEN“ hab, musste ich heute eine kleine, bzw. große Runde durch etliche Geschäfte drehen.  Meine Ausbeute kann sich sehen lassen. 😉

Ich wünsche allen einen schönen Abend, ob ihr nun feiert oder zu Hause bleibt. Macht das Beste draus!

Die besten Wünsche für das neue Jahr sind ja selbstverständlich 😉

 

Es ist schon Dezember…


Ja, es ist schon Dezember und ich komme einfach nicht mehr dazu meinen Blog zu führen, obwohl ich so große Lust darauf habe.

Ich komme einfach nicht dazu: morgens springe ich um 6.00 Uhr aus dem Bett, fahre um 9.00 zur Arbeit, bin gegen 19.00, manchmal 20.00 Uhr zu Hause, und dann ist einfach die Luft raus!! Was ich bräuchte? Einen freien Tag pro Woche! Oder wenigstens alle zwei Wochen!!! Am 23. Dezember bekomme ich Urlaub – 2 Wochen lang, einen Tag vor Weihnachten, ich weiss nicht, ob es von mir Weihnachtsgeschenke gibt, ob es ein opulentes Weihnachtsessen gibt,…. ich hab einfach keine Zeit zum Planen….Ich lass es mal drauf ankommen. Ein schlechtes Gewissen macht sich schon langsam breit.

Tja meine neue Arbeit: Ich könnte jeden Tag einen neuen Post über sie schreiben. Soviel gibt es zu erzählen. So viele kleine und auch grosse Erlebnisse, zum Schmunzeln, zum Ärgern, zum Staunen…Manchmal denk ich mir: „was machst du eigentlich hier?“, aber das sind nur ganz kurze Momente.

Die Eingewöhnung war schnell vorbei, ich bin praktisch ins kalte Wasser geschmissen worden, und es war sehr kalt! Aber was ich schon immer gut konnte, war mich anpassen. Aber was ich noch nie konnte, war meinen Mund halten! Natürlich ecke ich damit immer wieder an. Aber es ist nur zum Wohlbefinden meiner Schutzbefohlenen. Weil ich kann meine Arbeit nicht nur absitzen, oder nur Anwesenheit bekunden. Ich muss was bewirken. Und es gibt genug zu tun….

Und zu Hause? Natürlich nehme ich auch Arbeit mit nach Hause. Zu Hause ist mein Ruhepol, dann erzähl ich meinem Besten von den Erlebnissen, er hört zu, er unterstützt mich, gibt mir Denkanstösse, Tipps… Dann muss ich noch Vorbereitungen und Berichte zu Hause schreiben, da die Zeit auf der Arbeit nicht reichte, oder es mir einfach wichtig ist.

Natürlich bleibt dann vieles hier im Haus liegen. Aber es geht immer besser. Wir haben fast unseren Rhythmus gefunden. Der Samstag besteht nun aus putzen, der Sonntag aus Wäsche…Am Wochenende koche ich nicht mehr. Derjenige, der was möchte, kann sich was aus dem prall gefülltem Kühlschrank bedienen oder sich ein anderes Haus suchen, wo er bedient wird. Bei mir nicht mehr!

Lang, lang ist es her…


Ja, es ist schon einige Monate her, dass ich mich hier habe blicken lassen.

Und in den einigen Monaten ist einiges geschehen, das mein Leben wieder total geändert hat.

Aber mal ganz von vorne:

Ich habe immer gerne gebloggt, meine Gedanken, meine Geschichten hier im WWW aufgeschrieben. Doch dann geschah etwas, das mir meine Gedanken nahm, meine Lust sich mitzuteilen. Nicht nur die Lust am Bloggen ist mir vergangen, sondern auch die Lust am Alltag. Ich habe mich immer mehr zurückgezogen von dem Leben, das ausserhalb meiner kleinen Familie abspielte. Es ging soweit, dass ich nur noch kurz zum Einkaufen raus ging. Ich habe mich von allen und jedem zurückgezogen, aus Angst, man könnte mich ja mal fragen, wie es mir geht. Da kommt noch einiges an Erklärungen und Entschuldigungen auf mich zu. (nicht wahr Suse!)

Es musste was geschehen. So konnte es nicht weitergehen.

Was passierte? Kurz nachdem man mir wieder  eine dritten OP empfohlen hatte, bekam ich ein Jobangebot. Was tun? Ich weiss, dass diese OP irgendwann mal auf mich zukommen wird, aber ich möchte sie jetzt nicht! Sie ist gross, sie ist nicht gerade einfach. Also habe ich mit Ärzten gesprochen, mich beraten, und habe den Job angenommen.

Ein ganz anderer Job, aber meine Erfahrungen kommen mir zugut.

Das heisst jetzt für mich, dass ich jeden Tag das Haus um 9.30 Uhr verlasse und manchmal gegen 20.30 Uhr zu Hause bin. Aber es gibt keine Wochenend- und Nachtschichten mehr.

Das heisst aber auch, dass sich unsere Familienleben gerade total im Umbruch befindet. Die Mama/Ehefrau, die sonst stätig verfügbar war, ist es nicht mehr! Es ist noch ziemlich chaotisch hier, die Organisation läuft noch nicht so richtig, aber ich bin zuversichtlich.

Auch meine grossen Kinder haben sich verändert:

  • der Grosse hat sich ein Haus gekauft. Möchte es jetzt renovieren und vermieten.
  • die Kleine hat einen neuen Job: sie fährt jetzt für 6 Monate ins Ausland und arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff.

Das war alles sehr nervenaufreibend in letzter Zeit. Und ich freue mich schon, wenn wieder etwas mehr Alltag rein kommt.

Ein ganz „normaler“ Samstag!


Was macht der Terror, all die Anschläge mit den Leuten?

Ich habe das Gefühl wir gewöhnen uns daran.

Genau so ist es uns am Samstag ergangen, und es hat mich erschreckt, es hat mich verwirrt.

Am letzten Samstag, dem Tag nach dem Amoklauf in München, waren mein Bester und ich auf einer Veranstaltung/Ausstellung. Es waren ungefähr 5OOO Leute dort, die sich auf 5 grosse Hallen verteilten. Wir schlenderten an den Austellern vorbei, Kinder liefen umher, Mütter und Väter schoben die Kinderwägen durch die Besucher, plauderten mit Hinz und Kunz…. es war eine angenehme Atmosphäre.

Doch dann wurde es laut – schrecklich laut! Eine Stimme hoch über unseren Köpfen sprach in verschiedenen Sprachen:

„Bitte verlassen Sie ruhig und geordnet sofort die Halle und begeben Sie sich sofort zum nächsten Notausgang!“

Jeder, wirklich jeder drehte sich um und ging Richtung Notausgang. Es war eine grausame Ruhe während diesem Rausgehen. Da war kein Drängen, keine Panik. Als wir nach draussen kamen, stand da schon Polizei, Krankenwagen und ich weiss nicht was. Man hörte Sirenen. Auf dem Riesenparkplatz, vor den Riesenhallen war trotzdem Ruhe. Die Leute sahen sich an, sprachen ruhig miteinander.

Man sah Polizei mit Hundestaffeln an uns vorbeiziehen und wieder Sirenen, doch die Leute blieben ruhig.

Nach etwa einer halben Stunden kamen Männer vom Sicherheitsdienst und meinten, dass die Veranstaltung weitergehen könne. Der Spuk sei vorbei.

Als wir dann wieder reingingen, war es als ob nichts gewesen sei. Niemand fragte nach, niemand beantwortete meine Fragen, was denn los war. An den Eingängen standen schwer bewaffnete Männer und Frauen, die grimmig schauten. Es ging einfach weiter – ist das jetzt Alltag?

Es hat zwar nirgends geknallt, muss es ja nicht zwangsläufig, aber muss man jetzt bei jeder Veranstaltung damit rechnen, dass irgend ein Alarm losgeht?

Ausbildung – Harte Zeiten!!


Da meint man, man hätte die Kinder alle in guten Ausbildungen untergebracht, sie würden ihr Leben nun endlich beruflich beginnen, doch dann kommt alles anders!!

Unsere Kleine hat letztes Jahr ihr Abi gemacht und im September eine duale Ausbildung begonnen, die 2 Jahre dauert. Damit sie diese Ausbildung zur Steuerfachfrau machen darf, muss sie einen Betrieb haben, der sie während dieser Ausbildung begleitet. Das war gar nicht so einfach, in unserem kleinen Land so einen Betrieb zu finden, da diese Ausbildung auch ganz neu ist.

Auch haben wir hier das Sprachenproblem: in unserem Land werden drei Sprachen offiziell gesprochen und es sind drei verschiedene Ämter zuständig. Wir wohnen im deutschsprachigem Teil, der Betrieb ist in einem anderssprachigem Teil ansässig. Natürlich ist nun auch das anderssprachige Amt für meine Tochter zuständig. Aber sie darf im deutschsprachigem Teil des Landes zur Schule gehen.

Meine Tochter begann die Ausbildung Ende August. Es gefiel ihr so gut, sie besuchte Messen, ging mit auf Ausstellungen, und abends von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr muss  sie dann die Schulbank drücken. Das sind harte Tage.  Natürlich wird sie auch entlohnt. Doch im Februar sagte sie mir plötzlich, dass der Lohn vom Dezember noch immer nicht überwiesen worden ist. Mmh! Seltsam!

Meine Tochter spricht sich mit den Kollegen ab, die haben auch noch keinen Cent gesehen. Die Älteste im Büro spricht den Chef an. Er sagt, dass er einen finanziellen Engpass hat, und dass er Ende Februar bezahlen würde. Ende Februar ist auch noch kein Geld da!

Ich nehme das Telefon und rufe den Chef an. Ich frage ihn, ob er sich vorstellen kann, weshalb ich denn anrufe. Natürlich, sagt er. Er erzählt mir die gleiche Leier von Engpass usw. aber er würde seine Angestellten sofort bezahlen.

Gleichzeitig hatte ich das Amt angerufen, das sich um die Ausbildung kümmerte und dort die Geschichte erzählt. Die Dame, die meine Tochter schon die ganze Zeit während der Ausbildung betreute, wollte den Herrn auch anrufen.

Diese Gespräche fanden in der Woche vor Karneval statt. Nach Karneval hatte meine Tochter eine Woche Urlaub. Am letzten Urlaubstag bekam sie eine SMS von einer Kollegin, in der stand, dass alle Arbeiter, Monteure, Vertreter fristlos gekündigt worden sind. Nur das Büropersonal sei noch da und die drei Azubis.

Als sie dann auf ihr Konto schaute hat er nicht den ganzen Betrag überwiesen, sondern lächerliche 200 Euro.

Also habe ich wieder angerufen und ihn zur Rede gestellt, was das denn solle, doch er vertröstete mich und sagte, dass das Geld unterwegs sei. Er wartet auf ein größere Summe. Natürlich habe ich mich auch wieder bei der Dame gemeldet, die meine Tochter betreute. Die hatte in der Zwischenzeit ihm viele Briefe, Mails geschrieben, in denen sie ihm ein Ultimatum gab, wenn er bis zu einem gewissen Datum nicht gezahlt hätte, dann würde der Ausbildungsvertrag zwischen ihm und seinen AZUBIS aufgehoben. Es war ja nicht nur meine Tochter da, sondern auch noch zwei andere.

Meine Tochter und die anderen gingen täglich ihrer Arbeit nach, der Chef ließ sich nichts anmerken. Er war sogar sehr freundlich. Meine Tochter sagte: Mama, er schleimt!

Ich rief täglich an, und fragt nach dem Geld meiner Tochter, er vertröstete mich. Er vertröstete die jungen Leute und sagte, es käme schon. Aber wir wussten ja, dass wir dieses Ultimatum hatten. Dieses Ultimatum vom 29. Februar.

Die Angestellten, die fristlos gekündigt worden sind, haben diesen Chef natürlich angezeigt. Am Morgen des 29. Februar kam eine Arbeitskontrolle und stellte den ganzen Betrieb auf den Kopf. Ob sie was gefunden haben? Hoffentlich!

Meine Tochter ist am Montag, den 29. Februar zum letzten mal zur Arbeit gefahren.

An diesem Tag bekam der Chef einen Brief von ihr, dass der Vertrag aufgelöst worden sei. An diesem Tag bekam der Chef einen Brief von dem Amt, dass der Vertag aufgelöst worden ist. An diesem Tag bekam der Chef unzählige Briefe vom juristischen Dienst der Gewerkschaft, dass er seinen Leuten ihr Geld geben soll. Also, es läuft!

Am folgenden Tag, als meine Tochter dann wieder zu Hause war, hat er sich mit keinem Wort hier gemeldet.

Der Chef wusste schon wochenlang von diesem Ultimatum, aber wollte er es nicht sehen? Dachte er, wir würden nur so tun als ob?

Jetzt sitzt der Chef ganz allein in seinem grossen Büro. Alle sind weg!

Als ich mich bei der Gewerkschaft über ihn informiert habe, da hat man mir gesagt, dass er schon so viele Leute betrogen und belogen hätte. Man könne ihm aber nie etwas nachweisen. Er müsse sehr gute Berater haben.

So nun muss meine Tochter einen neuen Ausbildungsplatz finden, zur Schule darf sie weiter gehen. Jeden Abend von 18.00 – 22.00 Uhr, ausser Mittwochs. Ja, das waren lange Tage für sie, aber sie wollte das so, und es hat ihr Spass gemacht!

 

 

 

 

 

 

Fremdgegangen ;-)


 

Jahrelang habe ich ihn gesucht, dann gefunden, war ihm wirklich treu – bestimmt 20 Jahre. Habe gute und schlechte Zeiten mit ihm durchgemacht, habe Renovierungen erlebt, Umzüge mitgemacht, die Weiterentwicklung unserer Beziehung war einfach toll.

Doch vor einiger Zeit kam der Stillstand!!!

Ich sah einen anderen. Ich hatte ihn schon wochenlang, monatelang im Blick, im Auge.

Ich informierte mich über ihn – hörte nur gutes!

Und dann war es soweit!

Ich traute mich endlich. In der Nacht vor unserer ersten Begegnung konnte ich vor Aufregung nicht schlafen.

Ja – ich habe den Frisör gewechselt.

Das war ein einschneidendes Ereignis. Ein guter Frisör ist soviel Wert wie… Wie was??

Meinem ersten Frisör war ich bestimmt 20 Jahre treu ergeben. Doch es langweilte mich einfach. Immer das gleiche, immer die gleichen Gespräche…Und wenn man wie ich nicht so oft zum Frisör geht, dann darf man doch sich doch auch mal was erlauben.

Aber, es war nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe: Ich war bereit für was ganz neues! Ich wollte meine langen Haare sogar opfern. Doch dieser Frisör nicht. Er hat mir nur eine neue Farbe verpasst.

Ob ich wieder zum alten zurück gehe oder beim neuen bleib, ich weiss es nicht!!

Wenn doch nur alles so einfach wie ein Frisörwechsel wär!

 

Wo sind gute Blogs?


Ich bin immer auf der Suche!

Ich bin immer wieder auf der Suche nach anderen Blogs, guten Blogs!
Was finde ich?
* Blogs, die sich mit Geldanlagen beschäftigen – war manchmal sehr interessant! War nicht trocken, habe sogar was dazu gelernt. Und es gibt viele davon, das wusste ich gar nicht.
* Blogs, die sich mit DIYS beschäftigen. Boah, was die Leute so alles hinbekommen. Es gibt wirklich Künstler unter den Bastlern. Da kann man nur staunen, aber ich klicke trotzdem sofort weg.
* Blogs, von ganz jungen Frauen, darf ich da eigentlich noch Mädchen sagen, die mir weissmachen wollen, welcher Schuhtrend jetzt, ja genau jetzt für die Frau angesagt ist. Ein Must-haves für jede Frau. Aber toll zu lesen, besonders die Kommentare mancher Leserinnen, jede scheint trotzdem den besseren Schuh zu besitzen und wer noch nichts von Stutenbissigkeit gehört hat, der soll mal dort rein lesen.
* Blogs, die nur die neuesten Bucherscheinungen vorstellen. Auch interessant. Aber auch nichts für mich. Ich geh doch lieber in die Bücherei und nehm mir sofort mein Buch in die Hand und klön ein wenig mit der Fachfrau rum. Also auch wieder sofort weitergeklickt.
* Blogs, die von Reiseberichten erzählen. Oh ja, da gab es schon sehr viele und sehr interessante. Manche waren in Form eines Tagebuches verfasst, mache doch sehr strukturiert, objektiv und bei manchen bekam ich sofort Fernweh. Da frag ich mich, wie die sich das so leisten können mehrmals pro Jahr zu verreisen, aber das ist ein anderes Thema. 😉
* Blogs, die sich nur mit dem PC, verschiedenen Programen und sonstigem Zeug, was man alles im Internet so machen kann.  Ich verstehe Bahnhof.
* Blogs, die mir zeigen wollen, was ich so jeden Tag kochen kann. Oh, da gibt es schon viele gute Sachen. Und toll aufgemacht.
* Blogs, die von Schwangeren geschrieben werden. Ich habe noch viel erfahren, was ich gar nicht wusste.
* Blogs, die von Mamas geschrieben werden. Ich habe nur Mamas gefunden, die über ihre Kleinkinder bis höchstens 5-6 Jahre, ihre Babys schreiben. Manchmal wird noch über den dazugehörenden Partnern geschrieben, aber nicht so oft. Aber im grossen ganzen herrscht in diesen Bloggerfamilien ständig Friede, Freude Eierkuchen. Die Familien haben zwar so ihre Problem mit ihren Babys und Kleinkindern, aber das ist alles normal, das vergeht, das geht vorbei.
Dann frag ich mich wirklich, ob das wirklich so ist. Vor ein paar Wochen hat eine junge Frau sich mal getraut etwas über ihren Partner zu äußern, was nicht so OK für die Öffentlichkeit war. Sie behauptete doch tatsächlich, dass ihr Partner faul sei. Welch ein Shitstrom sie da ausgelöst hat. Ich habe mir damals nur gedacht : Zum ersten mal lese ich, dass da mal eine ehrlich ist.
Ich komme vom Thema ab. Was ich nicht auf meiner Blogsuche gefunden habe, sind Blogs, die von Familien mit pubertierenden, fast erwachsenen Kindern, erzählen, berichten. Gibt es nichts mehr über diese Spezies zu erwähnen? Lohnt es sich nicht mehr? Ist denn schon Hopfen und Malz verloren? Die liebe Bloggernachbarin Nieselpriem hat sich die gleiche Frage gestellt.
Ich kann mich selbst dazu zählen. Ich weiß. Was soll ich dazu sagen. Ich könnte jeden Tag zwei Beiträge über das Zusammenleben in unserer Familie, ich sage mittlerweile Wohngemeinschaft, bringen. Warum mach ich es nicht?
Würde es irgendjemanden interessieren, dass mein Großer mir am Samstag so zwischen Tür und Angel wieder gesagt hat, dass er in einer Stunde ein Vorstellungsgespräch hat, dass meine Kleine so viele Probleme mit ihrem Paul hat, dass ich ein Gespräch gehört habe zwischen meinem Großen und der Freundin aus dem hervor geht, dass die nächste Woche nach Ischgl zum Ski fahren fahren, ich aber offiziell noch nichts weiß, aber bald schon vor Neugier platze… wie ihr hört, habe ich genug zu berichten.

Ja, wo sind die perfekten Familien, mit den perfekten Kindern? Zeigt sie mir!